AIKYA

 

Aikya ist die wohl jüngste Farm im Süden Indiens. Als wir Ende Februar 2016 eintrafen, gab es sie erst seit etwa 2 ½ Monaten. Gerade das macht, insbesondere für Landwirte, ihren Charme aus und gibt ihnen die entsprechende Herausforderung. Sie ist ein kleines Stückchen Land mit 1,6 acres (≙ 0,65 ha) und liegt nur rund 5 km vom Golf von Bengalen entfernt.

 

Die 3 Felder auf der rechten Seite der Farm haben jeweils eine Größe von ca. 20x20 m. „Die Zone“ zur linken Seite umfasst etwa 40x40 m und der Küchengarten etwa 5x10 m. Der wesentliche Hauptbestandteil des Bodens ist roter, lehmiger Sand. Durch die lange Trockenheit ist er sehr hart, strukturlos und völlig unbelebt. Eine der wichtigsten Maßnahmen der nächsten Jahre wird sein, diesem Boden organisches Material, Kompost und Mist beizugeben, damit sich eine Struktur aufbauen und auch Bodenlebewesen wie bspw. Würmer einleben können. Nicht nur Pflanzen wie Tomaten, Kohl, Kürbis, Salat usw. brauchen einen nährreichen Boden. Auch Bedarf es eines Bodens der eine gesunde Wasserleitfähigkeit und Wasserspeicherkapazität hat. 

 

Bewässert wird außerhalb der Regenzeit mit Grundwasser. Da dieses nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, gibt es Pläne, das Regenwasser während der Regenzeit zu sammeln. Die kleine Fläche der Farm sowie die anderen Faktoren sollen jedoch keineswegs über ihren Artenreichtum hinwegtäuschen (Siehe Liste!). Die angelegte Artenliste ist mit Sicherheit noch nicht vollständig, zeigt aber schon die spannende Vielfalt, mit der hier gewirtschaftet wird. Es ist also der ideale Ort für jeden Ausländer, viele unbekannte Pflanzen kennen zu lernen und mehr über deren Anbau, Ernte und Gebrauch zu erfahren.

 

Zu der Farm gehört ein Restaurant mit dem Namen „Mother`s Grace“. Das Restaurant befindet sich in dem nahegelegenen Dorf Kuilapalayam und soll in der Zukunft von der Farm mit biologischem Obst und Gemüse versorgt werden.

 

Aikya ist ein wunderbar ruhiger Ort, der von den unterschiedlichen Mitarbeitern (also „Workawayer“, Traveler, Coworker o.ä.) lebt. Die Abgeschiedenheit, die etwa 2 km lange Fahrt, um Trinkwasser in Tanks zu holen oder Essen aus dem Restaurant, Stromausfall, Brennholz und Feuer zum Kochen Bereiten usw., das alles lässt die beliebigsten Konstellationen der Mitarbeiter zu einer Gemeinschaft werden.

 

Das Highlight dieser Farm ist eindeutig eine Dusche und eine Toilette mit westlichem Standard. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Wassertanks gefüllt sind. Shampoon, Seife, Duschgel und Waschmittel sollten nur Naturprodukte sein und wie das Toilettenpapier von jedem selbst mitgebracht werden. Einen Kühlschrank gibt es auch.

 

/ Hat jemand einen Erfahrungsbericht, wie man so einem Boden noch Gutes tun kann?

Erreichbar von hier wären bspw. Effektive Mikroorganismen (EM), auch können Würmer und Kuhmist zugekauft werden. Biomasse ist auf Grund der Farmgröße nur begrenzt verfügbar, ebenso der Kompost.

 

 

/ Auf der Farm befinden sich 3 große Eukalyptusbäume. Alle sollen entsorgt werden, da es heißt, sie würden enorme Mengen an Wasser verbrauchen und die Blätter aufgrund des hohen Gehalts an ätherischen Ölen den Boden vergiften. Im Internet kursieren zahlreiche unterschiedliche Aussagen. Hat jemand Erfahrungen mit Eukalyptusanbau und dessen "Nebenwirkungen"?

 

 

 

 

Reisetipps:

 

♥ Wir sind im Februar angekommen, was sich angesichts der Hitze als sehr gute Entscheidung herausstellte. Februar und März sind zwar sehr warm, so dass wir nur morgens und abends auf dem Feld arbeiten konnten, aber immer noch erträglich.

 

♥ Auch ist es nicht die Zeit der Dengue Mücke. Die zahlreichen Moskitostiche, die man in der Dämmerung bekommt, müssen also niemanden in Panik versetzen. Der Vorteil dieser Farm ist, dass es hier keine stehenden Gewässer gibt. Denn dort halten sich auch in diesen Monaten Moskitos mit Malariaübertragung auf.

 

Da die Besitzer dieser Farm ganz neu in der Landwirtschaft sind, empfiehlt es sich, vor der Anreise nachzufragen, ob gerade ein Landwirt vor Ort ist. Für Reisende, die gerne etwas in der Landwirtschaft lernen möchten, wird es sonst womöglich langweilig. Für alle anderen reiselustigen ist Aikya auf jeden Fall eine Station wert.

 

Naturbelassene Pflege- und Reinigungsprodukte können in Kuilapalayam überall gekauft werden. Ebenso auch Kaffee, der im Gegensatz zum Schwarztee, privat gekauft werden muss. Auch gibt es im Dorf viele Geschäfte für Kleidung. Kuilapalayam liegt jedoch sehr nahe an Auroville und damit an einem touristischen Zentrum, was die Preise hinauf und die Handelsbereitschaft hinab treibt. Insbesondere für Kleidung lohnt es sich einen Ausflug nach Puducherry (engl. Pondycherry) einzuplanen. Der Bus fährt je nach Station und Verkehr 15 – 25 Minuten und kostet 5 Rup. / Weg und Person.

 

Ein wunderbarer Tagesausflug lässt sich einfach nach Mahabalipuram (engl. Mamallapuram) planen. Der Bus fährt von der Main Road ab und erreicht Mahabalipuram in etwa 2 Stunden. Das Ticket kostet 60 Rup. Neben einer interessanten Ausgrabungsstätte und netten Einkaufsgassen sind vor allem die Bademöglichkeiten ein Besuch wert. Der offizielle Strand ist einfach zu finden und gut besucht. Geht man weiter hinauf kommt ein Strand mit nur wenigen Besuchern, an dem man in westlicher Bademode schwimmen kann! Das Strand-Restaurant „Santana“ bietet gutes Essen (vor allem der Fisch) und kaltes Bier (steht nicht auf der Karte).

 

 

 



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Hortus Catalogue
Spudich, Annamma: "Such Treasure & Rich Merchandize". Indian Botanical Knowledge in 16th and 17th Century European Books, National Centre for Biological Sciences, Bangalore 2008.
Thank you so much Antony, for giving me this great book!
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Kommentare: 1
  • #1

    Annika (Sonntag, 24 April 2016 12:09)

    Hej Béa!
    Herzlichen Glückwunsch zum Start Deines Blogs! Bin gespannt, was hier weiter so passiert :-)
    Alles, alles Gute für Euch!!
    Liebste Grüße aus Freiburg - Annika

Hallo Annika! Wie schön, dass Du hier vorbei geschaut hast, Dankeschön! :-)

Liebste Grüße an Dich zurück aus Hokkaido - man darf gespannt sein! :-)

Bea